Stela Stoyanova Georgieva

Sofia, Bulgarien

Geburtsdatum: 04.04.1974

Eigene Tiere: “Bei mir leben mein Hund Darik, meine Katze Maya und mein Kater Pisko. Dann ist da noch unser Kater Pisan, der FIV-positiv ist und bei meinen Eltern lebt, aber zeitweise auch bei mir.”

Motto: “Jedes Leben zählt.”

 

Stela über sich selbst und den Tierschutz:

“Schon mein ganzes Leben lang hatte ich Katzen. Ich besaß außerdem Fische und Hamster (die einzigen Tiere, die ich jemals gekauft habe) und einen Papagei, den ich auf der Straße fand. Ich liebe Hunde, aber mir wurde von meinen Eltern nie erlaubt, sie in der Wohnung zu halten. Schon als junges Mädchen fand ich kranke und verletzte Tauben und andere Vögel und versuchte, sie zu retten. Ich liebe alle Tiere!

Bulgarien ist ein Land mit tausenden von streunenden Katzen und Hunden. Die meisten Menschen achten einfach nicht auf die Tiere und es gibt nur wenige Menschen, die sich wirklich um sie kümmern und helfen. Tiere können sich nicht selbst beschützen oder heilen und sie sind verloren ohne Menschen, die sich um sie kümmern. Viele Leute verletzen sie, vergiften sie, schießen auf sie oder verbrennen sie bei lebendigem Leib. Daher zählt jede Hilfe!

Ich helfe Katzen, die Haustiere waren und ihr Zuhause verloren haben und natürlich kranken und verletzten Katzen. Bei so vielen streunenden Katzen und nur wenig Platz und Ressourcen muss man denjenigen helfen, die es am dringendsten brauchen. Katzen, die nicht sozialisiert sind, lasse ich kastrieren und dann kehren sie auf die Straße zurück. Früher, als es noch nicht die Möglichkeiten gab, ein Zuhause für sie zu finden, habe ich sie nur gefüttert und sie versorgt, wenn sie krank oder verletzt waren. Ich begann meine Tätigkeit als Tierschützer mit der Rettung von Hunden, aber da sie viel Platz brauchen, kann ich ihnen leider nicht helfen, denn diesen Platz habe ich nicht. Daher sind es hauptsächlich Katzen, denen ich helfe.

Als Tierschützer in Bulgarien muss man sehr vorsichtig sein, wenn man streunende Katzen oder Hunde aufnimmt. Viele haben anfangs Krankheiten und sie müssen unter Quarantäne gestellt werden, um sie eingehend zu testen und behandeln zu können. Ich gehe täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr meinem Job nach und habe kein Auto. In der Regel erledige ich also Tierarztbesuche an den Wochenenden und die Mobilität ist eine meiner größten Schwierigkeiten.

Mein Kater Pisko ist eine Handicap-Katze und seit mehreren Jahren stelle ich mich außerdem als Pflegestelle für andere Handicap-Katzen zur Verfügung. Wenn ich mehrere Tage unterwegs bin, kann ich die Katzen nicht mitnehmen und es gibt zu wenige Menschen, die mit Handicap-Katzen umgehen können und sich um sie kümmern würden. Daher muss ich sie immer in eine Klinik bringen, wenn ich verreise. Ich versuche so selten wie möglich abwesend zu sein, denn ich möchte dies den Katzen nicht antun. Die Gefahr von Ansteckungen in Kliniken ist groß, weil sie sich um viele Straßentiere kümmern und außerdem bedeutet der Klinikaufenthalt für die Katzen jedes Mal großen Stress.

Ein ganz normaler Tag bedeutet bei mir, dass ich mit meinem Hund Gassi gehe, wenn ich nach Hause komme und den Handicap-Katzen z.B. mit Massagen dabei helfe, ihre Geschäfte zu verrichten. Dann bekommen alle ihr Futter und oft sind Katzen dabei, die täglich Medikamente von mir bekommen müssen. Dann natürlich frisches Wasser zur Verfügung stellen, die Toiletten reinigen und die Wohnung säubern (wenn ich dazu noch Kraft finde). Zum Schluss gibt es Essen für mich und dann ist es Zeit für mein Bett.”