Desislava Slavcheva Bogdanova

Sofia, Bulgarien

Geburtsdatum: 06.01.1984

Eigene Tiere:  Ein Hund namens Cherry im Alter von 3 Jahren sowie drei Kater (Richie 7 Jahre, Goldie 5 Jahre, Tommy 1 Jahr)

 

Desislava über sich selbst und den Tierschutz:

“Ich weiß nicht, wann ich anfing Tiere zu retten. Ich liebe sie seit meinem ersten Atemzug. Ich wurde mit dieser Liebe im Herzen geboren und meine frühsten Erinnerungen handeln von meiner Liebe zu Tieren. Als ich drei Jahre alt war, fing ich an die streunenden Hunde in meiner Gegend zu füttern. Sie waren größer als ich und meine Mutter war schockiert. Mich hat das überhaupt nicht erschreckt. Ich erinnere mich noch immer an ihre Namen und an meine Favoritin namens Frida. Ihr fehlte ein Auge und ich weinte ständig um sie, weil die stärkeren Hunde sie angriffen.

Ich rettete meinen ersten Hund Jekie von der Straße als ich 13 Jahre alt war. Er war zu diesem Zeitpunkt etwa drei Jahre alt und starb mit 17 Jahren. Vielleicht war der entscheidende Moment, in dem ich wirklich mit dem Tierschutz begann, vor ca. sieben Jahren, als ich meinen ersten Kater Richie auf der Straße fand. Er war nur 30 Tage alt und ich musste ihn mit der Flasche großziehen. Zwei Jahre später rettete ich meinen Kater Goldie und seine Mutter. Die Mutter war verletzt, denn sie wurde schwer getreten und eines ihrer Augen war sehr beschädigt. Ich behandelte sie, kastrierte sie und fand ein schönes Zuhause für sie. Leider starben die meisten von Goldies Brüdern und Schwestern auf den Straßen…

Danach entschied ich, dass ich die streunenden Tiere nicht sterben lassen darf. Ich sehe Katzen überall – bei jedem Schritt, den ich tue. Ich fing an jede einzelne Katze, die ich traf, zu füttern und zu kastrieren. Ich wusste, dass ich nicht noch mehr Tod auf den Straßen sehen wollte. In den letzten Jahren brachte ich mehr als 400 Straßenkatzen in eine Klinik und ließ sie kastrieren. Und damit werde ich nicht aufhören, denn leider gibt es in Bulgarien hunderttausende streunende Tiere. Dann begann ich, Katzen aufzunehmen und ein Zuhause für sie zu suchen: kranke Katzen und Katzen, die an sehr gefährlichen Orten leben. Ich nehme sie zur Pflege bei mir auf und habe Freunde, die mir ebenfalls als Pflegestelle zur Verfügung stehen.

Ich erkannte, dass ich ein Tierschützer bin – ein Retter. Das ist nicht einfach. Es ist die härteste Lebensweise, die man wählen kann. Mein Leben ist nun anders. Ich habe keine Zeit für mich, aber meine Mission ist, die Tiere zu retten. Jede Minute, in der ich nicht bei der Arbeit bin, kümmere ich mich um meine Pflegekatzen und Streuner. Ich helfe jeden Tag auf der Straße.

Das Schwierigste dabei ist, die Wahl zu treffen, welches Tier ich rette und welches nicht… Gemeinsam können wir mehr Tiere retten!”