Von der positiven Vorkontrolle bis zum Einzug der Glücksnase

Jetzt dauert es nicht mehr lange und Ihre Samtpfote darf sich auf die Reise in ein neues Leben machen. Damit Sie gut auf die Ankunft Ihres neuen Familienmitglieds vorbereitet sind, haben wir die folgenden Informationen zum weiteren Ablauf sowie Tipps für die ersten gemeinsamen Tage zusammengestellt:

  • Vertrag und Schutzgebühr
  • Mitgliedschaft
  • Transport Ihrer Glücksnase
  • Gesundheit
  • Ernährung
  • Katzenausstattung
  • Vergesellschaftungstipps

Weitere interessante Berichte über verschiedene Themen finden Sie regelmäßig auf unserer Homepage oder auf Facebook www.facebook.com/Gluecksnasen.e.V.

Gerne begrüßen wir Sie auch in unserer Facebook-Gruppe „Glücksnasen-Treff“, dort freuen wir uns immer wieder sehr über aktuelle Fotos unserer ehemaligen Schützlinge und Sie können sich mit anderen Adoptanten, Pflegestellen, Mitgliedern etc. austauschen:  www.facebook.com/groups/1678382052473850


Vertrag und Schutzgebühr

Sobald wir alle wichtigen Daten vorliegen haben, erhalten Sie von uns per Email den Schutzvertrag.

Bitte drucken Sie diesen zweimal aus, senden beide Exemplare unterschrieben an unsere Postadresse und überweisen die Schutzgebühr auf das im Vertrag aufgeführte Konto. Von dem Vertrag erhalten Sie dann ein Exemplar von uns gegengezeichnet zurück.

Erst dann können wir den Transport organisieren, denn bei uns reisen keine Tiere ohne Schutzgebühr und gültigen Schutzvertrag!


Mitgliedschaft

Wir freuen uns über jede Unterstützung, denn nur mit der Hilfe tierlieber Menschen können wir weitere Tiere retten und vor Ort noch besser helfen. Einen Mitgliedsantrag werden wir Ihnen als Anhang zusammen mit dem Schutzvertrag zusenden. Mit nur 3,33 € im Monat (bzw. 40,- € im Jahr) könnte Ihr schon Großes bewirken!


Transport

Ihre Glücksnase geht an einem Freitag in Bulgarien bzw. Rumänien auf die Reise. Wenn alles glatt läuft, wird sie Samstag früh in Österreich sein und wir erhalten die ersten geschätzten Ankunftszeiten für die vereinbarten Haltepunkte in der Nähe der deutschen Großstädte, an denen die Tiere abgeholt werden müssen. Da es aber immer zu Staus, Kontrollen etc. kommen kann, sollten Sie sich auf Verspätungen und ggf. auch auf eine Abholung in der Nacht vorbereiten und flexibel sein.

In einem Transport-Chat, den wir ab freitags einrichten, halten wir Sie über die Zeiten und alles Wichtige auf dem Laufenden.

Bei der Übernahme Ihrer Glücksnase beachten Sie bitte unbedingt Folgendes:

  • Bringen Sie für Ihre Katze eine sichere Transportbox mit (sollten Sie mehrere Tiere adoptieren, dann für jede Katze eine eigene Transportbox)
  • Der Fahrer des Transporters wird Ihre Katze(n) in diese Box(en) umsetzen
  • Lassen Sie die Box unbedingt geschlossen, bis Ihr Neuling im Zuhause angekommen ist! Das Tier hat viele Stunden Fahrt hinter sich, kennt Sie nicht und wird naturgemäß jede Chance nutzen, um wegzulaufen!

Gesundheit

  • Impfung

Bei Ausreise sind unsere Katzen ausreichend mit den gängigen Impfstoffen grundimmunisiert (Katzenschnupfen, Katzenseuche und Tollwut). Eine sofortige Nachimpfung ist nicht erforderlich und würde den durch den Transport eh schon gestressten kleinen Katzenkörper nur noch mehr belasten.

  • Entwurmung

Ebenso wurde das Tier vor der Ausreise entwurmt und auch das genügt in der Regel. Entwurmen sollte man nur bei nachgewiesenem Befall, denn die Behandlung belastet u.a. den Darm und sollte deshalb nicht ohne Grund durchgeführt werden. Um zu prüfen, ob ein Befall vorliegt, ist über drei Tage eine Kotprobe zu sammeln und beim Tierarzt abzugeben.

  • Grunduntersuchung

Sie wollen Ihr Tier vorsichtshalber trotzdem vom Tierarzt untersuchen lassen? Kein Problem, aber lassen Sie ihm bitte mindestens eine Woche Zeit, sich ein wenig einzugewöhnen, bevor Sie es dem erneuten Stress eines Tierarztbesuches aussetzen. Auch Stress kann krankmachen!

  • Kastration

Sofern Sie ein junges und noch unkastriertes Tier adoptieren, sollte die Kastration mit ca. 5-6 Monaten stattfinden. Bei weiblichen Katzen besteht sonst die Gefahr der Rolligkeit und diese ist kein Vergnügen für Katze und Besitzer und birgt außerdem Gesundheitsrisiken. Aber auch einen unkastrierten Kater, der alles geruchsintensiv markiert, möchte niemand im Haus haben…

http://www.katzen-fieber.de/gefahrenquellen-fuer-katzen.php

Sollte doch einmal etwas passiert sein, erhalten Sie hier Informationen zur ersten Hilfe:

http://www.katzen-fieber.de/erste-hilfe.php

Unsere Katzen werden vor ihrer Reise tierärztlich untersucht und bei Bedarf behandelt, sie reisen entwurmt, frei von Flöhen und nur mit einem negativen Giardientest. Dies ist leider keine Garantie dafür, dass nicht doch der ein oder andere Parasit als blinder Passagier mit an Bord ist.

Wir legen sehr viel Wert darauf, dass unsere Katzen in gesundem Zustand reisen, jedoch können wir keine „Garantie auf Mängelfreiheit“ für ein Lebewesen abgeben und bitten deshalb um Verständnis, dass wir für adoptierte Tiere keine Tierarztkosten übernehmen, sollte sich doch mal ein Parasit eingeschlichen haben. Dies ist uns als Verein, der ausschließlich auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen ist, leider nicht möglich.


Ernährung

Katzen sind von Natur aus reine Fleischfresser, zu ihrer natürlichen Beute gehören vor allem Mäuse, aber auch Vögel, Reptilien und Kaninchen, von denen sie überwiegend das Muskelfleisch frisst, aber nicht den Mageninhalt – d.h. eine Katze braucht keine pflanzliche Nahrung/Getreide o.ä.!  Da eine Maus z.B. zu 80 % aus Flüssigkeit besteht, nimmt die Katze in der Natur über die Nahrung bereits ihren Haupt-Flüssigkeitsbedarf auf – d.h. sie trinkt naturgemäß wenig! Da vermutlich die wenigsten ihre Hauskatze mit Mäusen füttern wollen, sollten die o.g. Punkte aber bei der Ernährung mit Katzenfutter nicht in Vergessenheit geraten.

  • Dosenfutter? Ja – aber bitte achten Sie auf hochwertiges Futter:
  • Hoher tatsächlicher Fleischanteil (mind. 65%)
  • Genaue Deklaration der Inhaltsstoffe – alle „Nebenerzeugnisse“ (egal ob tierische oder pflanzliche) sind undefinierte Abfälle, die kaum Nährstoffe enthalten.
  • Gemüseanteil < 5 % sowie Getreide und andere Kohlenhydrate < 5 %
  • Kein Zucker (Mono- und Disaccharide)
  • Keine Farb- und Konservierungsstoffe, keine Füllstoffe
  • Vitamine + Mineralien wie Kalzium oder Zink sind in ausreichender Menge enthalten
  • Wasser-/Feuchtigkeitsgehalt bei Nassfutter sollte bei mindestens 70 % liegen

Bsp. für hochwertiges Dosenfutter: Mac´s, Feringa, GranataPet, Catz finefood, PetNature, O´Canis, Terra Faelis, Grau, Leonardo, …

  • Trockenfutter? Bitte nicht! Und schon gar nicht ausschließlich!
  • Enthält viel mehr Getreide und pflanzliche Nebenerzeugnisse als Fleisch, d.h. die Katze kann das Futter kaum verwerten, die Folge können Verstopfungen, Darmreizungen, Magen-Darm-Erkrankungen und vieles mehr sein
  • Enthält so gut wie keine Feuchtigkeit – Ihre Katze trinkt deshalb aber nicht mehr, sodass die Gefahr von Wassermangel und Nierenschäden besteht
  • Zu viele Kohlenhydrate – Gefahr von Übergewicht
  • Gefahr von Zahnstein und Zahnfleischentzündungen, da das Gebiss der Katze (Reißzähne) anatomisch das Trockenfutter nicht zermahlen/zerkauen kann und es somit an den Zähnen hängen bleibt
  • BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung)? Warum nicht?! Aber…
  • … bitte nur mit ausführlichem Wissen über Katzenernährung, da es auch bei dieser Fütterungsart zu Fehlversorgungen der Katze kommen kann!
  • Unbedingt Hygiene beachten (Infektionsgefahr durch rohes Fleisch)
  • Es besteht Verletzungsgefahr durch Knochen
  • Tipp: Futterrationsberechnung erstellen lassen

Egal für welches Futter von welcher Marke Sie sich entscheiden, für Ihre neue Glücksnase ist es eine Futterumstellung. D.h. es ist völlig normal, dass sie auch ein hochwertiges, vielleicht sogar sehr teures Futter erst einmal nicht anrührt, weil sie es nicht kennt.

Vorsicht aber, wenn die Katze länger als 2 Tage nichts frisst! Eine Nahrungskarenz bei der Katze ist bereits nach ein paar wenigen Tagen äußerst gefährlich! In diesem Fall suchen Sie bitte umgehend einen Tierarzt auf.

Auch ist es möglich, dass der Darm auf die Futterumstellung für 1-2 Tage mit Durchfall reagiert.


Katzenausstattung

Zu guter Letzt noch ein paar Tipps, damit sich Ihre Katze rundum wohlfühlen kann.

  • Katzenklo: Bitte nicht in die Nähe vom Fressplatz stellen – Katzen sind sehr geruchsempfindlich! Bei Mehrkatzenhaushalten: Bitte immer ein Klo mehr als Katzen anbieten (2 Klos im gleichen Bad ist für die Katze = ein Klo). Manche Katzen mögen keine Hauben-Klos aufgrund der Gerüche, die nicht abziehen.
  • Futterplatz: Ihre Katze trinkt u.U. mehr, wenn der Wassernapf nicht direkt neben dem Fressnapf steht. Bieten Sie ihr mehrere Trinkstellen an verschiedenen Plätzen an. Viele Katzen bevorzugen fließendes Wasser (z.B. aus einem Katzenbrunnen).
  • Kratzbaum: Katzen haben einen natürlichen Kratztrieb und markieren beim Kratzen gleichzeitig durch die Absonderung von Pheromonen aus Drüsen zwischen den Zehen. Kratzbäume eignen sich zudem hervorragend zum Klettern, Toben, Beobachten aus der Höhe und zum Zurückziehen.
  • Spielzeug: Katzen wollen beschäftigt und geistig gefordert werden, besonders Wohnungskatzen. Bälle, Spielangeln, Fummelbretter, Activity-Spielzeug,… Bitte immer auf Sicherheit achten, dass keine Teile abgebissen und verschluckt werden können. Vorsicht auch bei Bändern! Sehr beliebt und dazu sogar kostenlos sind z.B. auch leere Klorollen, Kartons, Laub oder Heu, einfache Papierschnipsel, Bälle aus Alufolie, … quasi alles, was man jagen und erbeuten kann! Seien Sie kreativ!

Vergesellschaftung von Katzen

Grundsätzlich gilt für alle Neuankömmlinge: Lassen Sie sie erst einmal in Ruhe in einem separaten Raum ankommen! Beobachten Sie, ob die neue Katze frisst und normal das Klo benutzt – aber geben Sie ihr Zeit, von sich aus auf ihre neue Familie zuzugehen – besonders, wenn es ein eher ängstliches Tier ist.

Folgendes kann helfen bei der Zusammenführung mit einer bereits vorhandenen Katze:

  • Eigengerüche der Katzen austauschen: abwechselndes Streicheln, dabei nur eine Hand verwenden und die andere geruchsneutrale Hand vorher zur Kontaktaufnahme hinhalten / Austausch von Liegedecken / vorhandene Katze mit einem Handtuch abrubbeln und mit dem gleichen Handtuch dann den Neuankömmling / …
  • Rescue-Tropfen, Feliway und Zylkene (Nahrungsergänzung) können helfen, den Stress der ersten Tage besser zu verarbeiten
  • Seien Sie in der Anfangsphase bei allen Begegnungen dabei, um ggf. eingreifen zu können, bleiben sie trotzdem ruhig, denn Ihre Ruhe überträgt sich auch auf die Katzen
  • Schaffen Sie viele positive gemeinsame Erlebnisse, um die Bindung zu stärken
  • Trennen Sie zwei Bereiche durch eine Gittertür und tauschen Sie diese Bereiche
  • Behandeln Sie vor der direkten Zusammenführung ohne Gittertür alle Katzen mit dem gleichen Duft, z.B. Feliway Friends oder Bierhefe, manche mögen auch den Geruch von Kokosöl. Auch das Schmieren von Thunfisch oder einem Klecks Sahne auf Kopf und Beine der Katzen kann helfen.

 

Haben Sie ein gut harmonisierendes und soziales Rudel oder eine noch junge Einzelkatze?

Dann können Sie nach mehreren Stunden vorsichtig testen, wie sich die Katzen gegenübertreten. Fauchen und Brummen auf beiden Seiten ist normal! Es darf nur keine verletzenden Angriffe geben.

Haben Sie eine ältere Einzelkatze? Oder gab es beim Erstkontakt Schwierigkeiten?

Dann wird die Zusammenführung vermutlich länger dauern. Hier empfiehlt es sich tatsächlich, für mehrere Tage mit der Gittertür zu arbeiten.

An der Gittertür verbindet man viele positive Dinge zueinander: Z.B. gemeinsame Fütterung. Tauscht man immer mal wieder die „Reviere“, können die Katzen den jeweils anderen Geruch aufnehmen und sich so schon etwas „kennenlernen“.

Sobald die Katzen keine Angst oder Aggression mehr zeigen, kann man den Versuch starten, sie zusammen zu lassen.

Geben Sie bitte nicht vorschnell auf! Manche Zusammenführungen können sehr lange dauern und die Katzen können trotzdem noch die besten Freunde werden!        

Weitere Tipps und Erklärungen zu diesem Thema haben wir Ihnen auf unserem Merkblatt „Mehrkatzenhaushalt und Vergesellschaftung von Katzen“  zusammengestellt, welches Sie auf unserer Homepage und Facebook-Seite herunterladen können.


 

 

 

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