Eine wunderschöne Erfolgsgeschichte, die Mut macht, den Tieren eine Chance und Geduld zu geben. Unser Teammitglied Nicole Müßig berichtet über die Hündinnen Lara und Mara.

“Die Geschichte, die ich euch heute erzählen möchte, fing eigentlich so tief traurig an, wie man es sich nur vorstellen kann. Meine Mutter verlor unsere geliebte Hündin Pamasc. Die bis zu diesem Zeitpunkt immer gesunde Hündin, baute innerhalb von wenigen Wochen aufgrund einer seltenen Immunkrankheit enorm ab. Also kam der Tag, an dem wir Abschied nehmen mussten und sie friedlich einschlafen durfte.

Wir waren unendlich traurig und es fehlte so sehr ein Teil von uns, dass wir es kaum beschreiben können. Es war in manchen Stunden kaum auszuhalten. Doch trotzdem wurde meiner Mutter ziemlich schnell klar, dass sie auch weiterhin einen treuen Begleiter an ihrer Seite haben möchte. Sie schaute in verschiedenen Portalen, doch so richtig fündig wurde sie nicht.
Also stellte ich ihr die Hunde von Elena vor, die onehin dringend Pflege- sowie Endstellen suchten. Lara fand sie sofort gut, doch sie wollte zudem noch einem Hund die Chance geben und so sollte zudem Queenie mit nach Deutschland zu ihr reisen. Sie wollte sie auf Pflege nehmen bis sie ein endgültiges Zuhause fand.
Als ich dann Ende April bei Elena war und Lara sah, setzte mein Herzschlag kurz aus. Da stand eine 50 cm große Hündin vor mir, die nicht nur ein paar Kilo mehr auf den Rippen hatte, sondern starkes Übergewicht (beim ersten Wiegen in Deutschland brachte sie stolze 32 kg auf die Waage). Zudem lies Lara sich nicht mal von Elena gerne anfassen. Und bei Queenie handelte es sich um eine stark unsichere Hündin, die ständig bellte. Schlechte Voraussetzungen, wenn man in einer Mietswohnung lebt. Ich machte also Fotos und überlegte hin und her. Am nächsten Tag rief ich meine Mutter an, berichtete ihr vom Zustand von Lara und legte ihr ans Herz statt Queenie, Mara – die Schwester von Lara – mit nach Deutschland zu holen.

Im Mai reisten die beiden dann nach Hamburg. Bei der Abholung trugen zwei Männer Lara zum Auto. Ich betone dies so stark, um das Ausmaß ihres Körpervolumens klar zu machen.
Ein Fellnasentaxi fuhr die beiden Hündinnen dann von Hamburg nach Cuxhaven zu meiner Mutter. Die Fahrerin fragte mich dann noch im Nachhinein, ob ich mir sicher sei, dass es eine gute Idee sei, die beiden zu meiner Mutter zu bringen. Denn auch Mara hatte ordentlich Gewicht drauf und für meine Mutter – nun auch schon über 50 Jahre alt – wäre es ja wahrscheinlich doch sehr anstrengend.

Doch ich wusste was ich tat. Ich wusste, egal was kommt, meine Mutter würde nicht aufgeben und mit den beiden Hündinnen arbeiten.
Und so war es dann auch. Anfangs sah das Gassi „gehen“ mit Lara so aus, dass meine Mutter sie fünf Stufen runter hieven musste, sie dann vor der Tür zehnMeter lief und sich hinlegte. Meine Mutter konnte ihr zureden wie sie wollte, locken mit Leckerchen, Mara mit raus nehmen etc. Egal was sie tat: Lara lief maximal ihre zehn Meter und das wars.

Also änderte meine Mutter ihre Taktik. Sie setzte sich einfach mit Lara raus. Das heißt, die beiden verbachten Stunden auf der Wiese vorm Haus und Lara konnte in Ruhe die Umgebung wahrnehmen. Autos, Menschen, Tiere, Geräusche – all dies war ihr fremd. So ging es dann ganze zwei Wochen. Täglich mehrmals nach draußen und auf der Wiese zusammen sitzen. Natürlich machte sie da aber auch nicht ihr Geschäft. Das erledigte sie am liebsten in der Wohnung meiner Mutter, also kam auch das tägliche Wischen nicht zu kurz. Und ja, meine Mutter arbeitet zudem Teilzeit, doch aufgeben war keine Option.

Mara hingegen lief draußen doch relativ schnell, wenn auch zögerlich und ängstlich. Aber sie ist die offenere von den beiden Mädels und das ist bis heute so geblieben. Heute knapp 5 Monate später, reagiert Lara oft immer noch ängstlich und ist in vielen Dingen misstrauisch. Doch sie ist absolut fixiert auf meine Mutter. Die beiden gehen sogar oft zusammen in der Nordsee schwimmen. Mara, die heute übrigens Maya heißt, mag schwimmen nicht so wirklich. Dafür macht meine Mutter lange Spaziergänge am Strand mit ihr. Beide können ohne Leine laufen und lassen sich perfekt abrufen. Lara und Maya haben mittlerweile auch mit knapp 24 kg ihr Idealgewicht erreicht. Und beide werden bei meiner Mutter bleiben. Als ich sie damals fragte wie es nun aussehen würde, ob sie sie behalten wollen würde, sagte sie nur: „ Wer würde ihnen denn sonst eine Chance geben? Wer würde sie denn beide zusammen nehmen? Sie sollen nicht getrennt werden! Sie bleiben hier!“

Ich kenne meine Mutter. Letztendlich hieß das nichts anderes als: Die beiden sind meine Familie, tief in meinem Herzen und ich würde sie niemals wieder hergeben.

Geduld zahlt sich aus, vergesst das nie!

 

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