Katzen brauchen einen Partner zum Spielen, zum Kuscheln, zum Putzen und zum Kommunizieren!

Wir erhalten immer wieder Anfragen, ob unsere Katzen auch alleine vermittelt werden. Uns als Tierschutzverein ist eine artgerechte Haltung sehr wichtig. Und dazu gehört auch, dass unsere Katzen nicht in Einzelhaltung vermittelt werden! Gibt es bereits einen oder mehrere Katzenkumpel in der neuen Familie, ist dies absolut in Ordnung. Hier achten wir in der Vermittlung außerdem darauf, dass das Alter der künftigen Katzenfreunde zusammenpasst. Es gibt zwar wenige Ausnahmen, in denen wir die eine oder andere Katze auch alleine in ihr neues Zuhause schicken, dann hat dies aber stets besondere Gründe, denn i.d.R. brauchen Katzen einen Kumpel!

Wir möchten mit ein paar Aussagen aufräumen, mit denen wir immer wieder zu tun haben:

„Katzen sind von Natur aus Einzelgänger.“ – Falsch, Katzen sind Einzeljäger, aber keine Einzelgänger! Das wird sehr oft verwechselt und führt somit zu Problemen.

„Die Einzelkatze meiner Bekannten ist aber glücklich“ – Falsch, auch wenn es nach außen so aussieht, als wären Katzen alleine glücklich, ist dem meist nicht so. Augenscheinlich wirkt es so, als wäre die Einzelkatze munter und zufrieden, doch wir können ihr Verhalten nur auf unsere menschliche Art und Weise deuten und wissen nicht, was in der Katze wirklich vorgeht. Auch ruhige und ausgeglichen erscheinende Katzen können sehr unglücklich sein, da sie sich zurückziehen und still trauern.

„Durch ein anderes Haustier ist die Katze glücklich“ – Falsch, Katzen können sich nicht artgerecht entwickeln, wenn sie keinen kätzischen Artgenossen haben. Jedes Tier drückt seine Gefühle anders aus und die Katze kann nicht verstehen, was ihr Gegenüber von ihr möchte, da sie nicht dieselbe „Sprache spricht“. Zudem kann nicht artgerecht miteinander gespielt oder kommuniziert werden. Auch die Fellpflege kann nicht ersetzt werden. Aber gerade die Fellpflege untereinander ist bedeutend, denn sie ist ein Zeichen von Zuneigung und Vertrauen.

„Zwei Katzen sind zu viel für den Haushalt“ – Auch dies ist nicht ganz richtig. Denn es macht finanziell in Bezug auf die Dinge des alltäglichen Katzenlebens keinen allzu großen Unterschied, ob man ein oder zwei Katzen bei sich Zuhause aufgenommen hat. Im Gegenteil: Je größer die Abnahmemenge bei Futter oder Streu, desto günstiger wird der kg-Preis.

„Freigänger kann man auch alleine halten“ – Jein, es wurden bereits in den 70er Jahren Artikel veröffentlicht, durch die bekannt wurde, dass sich „Einzelkatzen“ im Freigang zu Gruppen zusammenschließen und sich verbrüdern.

„Die Katze verhält sich aber wie eine Einzelkatze“ – Gerade wenn Katzen aus dem Tierheim kommen, ist es nicht immer möglich, den Charakter der Katze richtig einzuschätzen. Denn gerade im Tierheim ist das Leben einer Katze im Ausnahmezustand. Es leben sehr viele Tiere auf engem Raum und es gibt nur wenige Versteckmöglichkeiten, da entsteht schnell Stress für das einzelne Tier, das sich ggf. in sich selbst zurückzieht oder aggressiv reagiert. Das heißt aber nicht, dass diese Katze nicht mit einem einzigen Kumpel auf viel Platz sehr glücklich sein kann.

Das sind nur einige von vielen Aussagen, die wir widerlegen möchten. Fakt ist: Es ist nicht artgerecht, eine Katze alleine zu halten. Sie brauchen einen Partner um zu spielen, zu raufen, zu toben, zu kuscheln, zum putzen und zum kommunizieren. Auch wenn Menschen der Meinung sind, sie „selbst sind für ihre Katze ausreichend“ ist das nicht richtig. Als Mensch kann man nicht 24/7 für sein Haustier da sein, davon mal abgesehen, dass wir Menschen kein kätzisch können. Deswegen ist es umso wichtiger, dass ein Katzen-Partner vorhanden ist. So können sich die Tiere auch tagsüber sehr gut zusammen beschäftigen und sind nicht alleine.

Katzen sind sehr soziale Tiere. Es ist wichtig für sie, dass sie in ihrer eigenen Sprache kommunizieren können. Denn unter ihrer eigenen Art spielen und lieben sie sich auf eine Art und Weise, die wir als Menschen den Katzen nicht geben können.

Daher ist es uns sehr wichtig, dass unsere Katzen nicht alleine vermittelt werden. Wir haben so viele junge und soziale Tiere, die es von Anfang an gewöhnt sind, mit mehreren Katzen zusammenzuleben. Somit stellt es kein Problem dar, unsere Katzen zu einer bereits vorhanden Katze zu vermitteln. Hier ist jedoch Feingefühl bei der Zusammenführung gefragt. Hält man sich an die Regeln, sollte es relativ schnell möglich sein, beide Katzen zusammmenzulassen. Haben Sie Fragen zur Zusammenführung? Sprechen Sie uns an! Wir haben viele Tipps, die wir Ihnen gerne weitergeben würden!