Bereits im Jahr 2017 waren mehrere Mitglieder unseres deutschen Teams in Bulgarien und Rumänien und haben unsere Tierschützer besucht und begleitet. Für uns ist es sehr wichtig, so viel wie möglich über die Zustände und Arbeit vor Ort zu erfahren, sowie eine enge Beziehung zu unseren Tierschützern zu pflegen. Und so haben wir uns auch im Jahr 2018 wieder auf den Weg zu ihnen gemacht.

Anfang Oktober 2018 machten wir uns zu dritt mit einem Minibus voll Sach- und Futterspenden auf den Weg nach Rumänien. Wir hatten leider nur eine Woche Zeit und haben uns fest vorgenommen, all unseren – zum damaligen Zeitpunkt – acht Tierschützern einen Besuch abzustatten. Wir sind sehr froh, dass uns dies gelungen ist und möchten im Folgenden über unsere unzähligen Eindrücke dieser Woche berichten.

Nach über 20 Stunden Fahrt kamen wir am 06.10.2018 um 3 Uhr in Alba Iulia an, schliefen ein paar Stunden und um 8 Uhr startete der Tag mit dem Umpacken der Spenden in einen anderen Wagen. An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei Bettina Hüttemann und allen Beteiligten bedanken – für eure Gastfreundschaft und Hilfe!

Dann fuhren wir ca. 6 Stunden durch Rumänien – auf dem Weg nach Bacau. Durch viele Dörfer, durch die Berge und vorbei an vielen armen Seelen. Unzählige herrenlose Hunde begegneten uns auf unserem Weg. Manche in Dörfern, manche mitten im Nirgendwo – völlig allein. Viele tote Katzen und Hunde sahen wir entlang den Straßen. Und viele Eindrücke haben wir mal wieder gesammelt. Vom Land, den Menschen und den Tieren.

In Bacau besuchten wir Oana Maria und ihre Schützlinge. Es entstanden viele Fotos von den Samtpfoten und schließlich endete der Abend mit einem geretteten Katzenkind. Sie kreuzte unseren Weg an einer viel befahrenen Straße und wir konnten sie nicht zurück lassen. Oana hat die Süße aufgenommen und sie bekam von uns den Namen Viona.

 

Am 07.10.2018 ging es dann von Bacau weiter nach Bukarest. Dort besuchten wir Elena und Bogdan Bota. Ihre wundervollen Vierbeiner sind unheimlich freundlich und aufgeschlossen Fremden gegenüber. Wir wurden sehr herzlich empfangen und haben viele Spenden übergeben. Wir konnten wunderschöne Bilder und Videos machen und haben sehr viel geschmust und gespielt. Diese Hunde sind absolut bezaubernd und würden sich sehr über ihre eigene Familie freuen.

Leider haben wir an diesem Tag auch wieder sehr viel Leid gesehen. Namenlose Hunde und Katzen in den Straßen, so vielen Gefahren ausgesetzt. Und man kann sich kaum vorstellen, wie viele tote Tiere wir immer wieder während der Fahrten sehen.Oft sahen wir einsame Welpen und es ist zum verzweifeln, wenn einem immer wieder bewusst wird, dass man nicht allen Tieren helfen kann.

Den dritten Tag unserer Reise verbrachten wir bei Elena Poenar und ihren Schützlingen in Constanta. Wir konnten viele Fotos machen und es war toll, die Tiere persönlich kennen zu lernen. Es war sehr traurig, die tollen Hunde zu sehen und zu wissen, dass die meisten von ihnen schon seit Jahren auf ihre Chance warten. Wir haben Elena u.a. dabei geholfen gespendete Kratzbäume aufzubauen.

Am 08.10.2018 haben wir uns dann von Constanta aus auf den Weg nach Bulgarien gemacht. Die Fahrten waren jedes Mal sehr schwer für uns. Regelmäßig sahen wir verlassene Welpen und Katzenkinder am Straßenrand. Und auch unzählige erwachsene Hunde. Viele von ihnen überleben diese Gefahren nicht.

Schon bald nachdem wir Rumänien verlassen und Bulgarien erreicht hatten, wurden wir von einer ganz besonderen Situation ziemlich überrascht. Das ganze endete schnell in einer großen Rettungsaktion. An der Raststätte einer Schnellstraße kam eine Hündin auf uns zu. Völlig abgemagert und mit der Hoffnung auf Futter. Sofort sahen wir, dass sie sehr viel Milch hatte und noch blutig war. Also machten wir uns auf die Suche nach ihren Welpen und nach einigem Suchen wurden wir fündig. Unter der Außentreppe eines alten Gebäudes fanden wir acht Welpen.

Wir wussten sofort, dass die Chancen für die Familie sehr schlecht waren. Die Nächte waren schon sehr kalt, die Straße extrem gefährlich. Sie hätten nicht lange überlebt. Und so nahmen wir die nach Hilfe suchende Hündin und ihre Welpen mit. Sie bekam von uns den Namen Maila und wir konnten zum Glück eine Pflegestelle in Bulgarien für sie finden. In den wenigen Tagen haben Maila und ihre Welpen uns völlig verzaubert. Die ca. 2 Jahre alte Hündin war so freundlich und verschmust, dass man ihr einfach nicht widerstehen kann. Wir waren unendlich froh, sie alle in Sicherheit zu wissen. Nachdem die Welpen reisebereit waren, kamen sie nach Deutschland und fanden bei Amrita eine tolle Pflegestelle. Viele von den Fellnasen sind bereits vermittelt und haben ihr großes Glück gefunden.

Auf unserem weiteren Weg nach Sofia statteten wir unserer Tierschützerin Stella einen kurzen Besuch ab und kamen dann am 09.10.2018 am frühen Morgen in Sofia an. Nach drei Stunden Schlaf ging es dann zu Desislava und ihren Schützlingen. Und auch Vania und ihre Tochter Anna haben wir natürlich besucht. Stundenlang genossen wir die Zeit mit den Samtpfoten und haben sehr viele tolle Bilder gemacht. Wir hatten einen tollen Tag und Abend mit unseren Freunden – unserer Glücksnasen-Familie.

Mit unserem Besuch bei Detelina am 10.10.2018 und unserer Rückfahrt über Rumänien ging unsere Reise zu Ende. Wir durften einige von Detelina´s Schützlingen kennen lernen und haben viele tolle Fotos gemacht. Auch eine ihrer Pflegestellen haben wir besucht und waren begeistert von der Unterbringung der Katzen und Hunde. Viele Freigehege und ganz tolle Räumlichkeiten für die Samtpfoten. Auch die Hunde fühlen sich dort sehr wohl. Wir konnten u.a. den gelähmten Belcho kennen lernen, der sich unheimlich über die Schmuseeinheiten gefreut hat. Außerdem reiste die Hündin Bella mit uns und zog in ihrem Zuhause in Österreich ein.

Nach dem Besuch bei Detelina traten wir unsere Rückfahrt an. Wie bereits auf dem Hinweg machten wir auch nun wieder Halt in Alba Iulia in Rumänien, wo wir gegen Mitternacht ankamen. Am 11.10.2018 verbrachten wir viel Zeit in der Arche Noah Transilvania. Wir möchten uns auf diesem Weg nochmal bei Bettina Hüttemann und ihrem tollen Team bedanken, die uns sehr herzlich aufgenommen haben. Es war sehr interessant ihre Arbeit und die vielen tollen Hunde kennen zu lernen. Bettina rettet Hunde aus der Tötungsstation oder von der Straße und nimmt sie in der Arche auf. Dort werden sie aufgepäppelt und sozialisiert, bis sie ein Zuhause in Deutschland finden. Einen Tag vor unserer Ankunft fand sie einen Welpen am Straßenrand mit schlimmen Verletzungen. Oberschenkelbruch, Hernien und austretende Organe. Es stand sehr schlecht um die Kleine. Aber zwei Operationen retteten ihr Leben und wir waren hin und weg von der entzückenden Maus.

Wir besuchten außerdem die Tötungsstation in Alba Iulia, in der seit Januar 2017 keine Tötungen mehr stattfinden. Ein großer Verdienst der Arche, die durch Patenschaften und Adoptionen viele Hundeleben rettet!

Nach dieser letzten Station unserer langen Reise machten wir uns am Abend des 11.10.2018 auf den Weg nach Hause. Nach einer Übernachtung in Ungarn ging es über Österreich zurück nach Deutschland. Unsere Bilanz: über 6.200 km sind wir gefahren – neun Tage und drei Stunden dauerte unsere Reise. Leider war die Zeit bei unseren Tierschützern oft sehr kurz. Aber dennoch sind wir sehr froh, die Reise unternommen zu haben und alle getroffen zu haben. Für uns ist es sehr wichtig, diesen engen Kontakt zu halten und unsere Glücksnasen-Familie zu sehen, auch wenn es uns nicht so oft möglich ist, wie wir es uns wünschen. Die Reise hat uns mal wieder gezeigt, dass die Tierschützer unseren größten Respekt verdienen und wir sind sehr dankbar für ihre wundervolle Arbeit. Auch wenn sie nicht allen Tieren helfen können, so sind es doch sehr viele, deren Leben sie retten. Und wir sind froh, sie dabei unterstützen zu können.

Wir möchten an dieser Stelle auch allen Spendern danken, die bei unserer Futterkauf-Aktion geholfen haben. 300€ habt ihr gespendet und unsere Tierschützer haben sich riesig über diese Hilfe gefreut!